Kaulisch, Friedrich Wilhelm (1827-1881)

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Mutterliebe

Wenn Du noch eine Mutter hast
so danke Gott und sei zufrieden
nicht allen auf dem Erdenrund
ist dieses hohe Glück geschieden.
 
Sie ist dein Sein, sie ist dein Werden
sie ist Dein allerhöchstes Gut
sie ist Dein größter Schatz auf Erden
der immer Dir nur Gutes tut.
 
Sie hat von ersten Tage an
für dich gelebt, in bangen Sorgen
sie brachte abends dich zur Ruh
und weckte küssend dich am Morgen
 
Und warst du krank, sie pflegte dich,
die dich in tiefem Schmerz geboren
und gaben alle dich schon auf,
die Mutter gab dich nie verloren.
 
Wenn Du noch eine Mutter hast,
dann sollst Du sie in Liebe pflegen,
dass sie dereinst ihr müdes Haupt
in Frieden kann zur Ruhe legen.
 
Und hast Du keine Mutter mehr
und kannst du sie nicht mehr beglücken,
so kannst du doch ihr frühes Grab
mit frischen Blumenkränzen schmücken.
 
Ein Muttergrab, ein heilig Grab,
für Dich die ewig bleibende Stätte
oh wende Dich an diesen Ort,
wenn dich umtobt des Lebens Wilde.