Herder, Johann Gottfried (1744 - 1803)

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Der Herzenswechsel

Du gibst mir also nicht dein Herz,
so gib das meine mir.
Denn, Liebste, hab ich deines nicht,
was soll das meine dir?

Gib es mir wieder, doch lass sein. B
ekäm’ ich’s auch zurück.
Du stiehlst es mir doch tausendmal
mit jedem neuen Blick.

Behalt es, wahr in deiner Brust
fortan der Herzen zwei.
Wohl schauet eins das andre an
in zarter Lieb und Treu.

Oh, weg ihr Zweifel, weg du Schmerz,
ihr findet keine Statt.
Ich glaub es fest, ich hab ihr Herz
weil sie das meine hat.

Der Mond

Und grämt dich, Edler, noch ein Wort
Der kleinen Neidgesellen?
Der hohe Mond, er leuchtet dort,
Und lässt die Hunde bellen
Und schweigt und wandelt ruhig fort,
Was Nacht ist, aufzuhellen.