Eyth, Max (1836-1906)

Zurück

Wanderlebensregeln

Willst du hinaus in die weite Welt,
So lass das Sorgen dahinten.
Nimm nicht zu viel, doch ein wenig Geld,
Das weitere solltest du finden.

Ein flinker Fuß, eine stetige Hand,
Und das Herz am richtigen Flecke,
So kommst du sicher im fernsten Land
Auch um die gefährlichste Ecke.

Und den Schulsack - vergiss den Schulsack nicht,
Um den uns der Erdkreis beneidet.
Erfreu dich an seinem schönen Gewicht,
Solange dein Rücken es leidet.

Doch hab' er ein Loch, hübsch lang und weit,
Wenn nötig, gebrauche die Schere,
Damit er beim Wandern, im Laufe der Zeit,
Sich heimlich und schmerzlos entleere.

Was alles du siehst, ist dein Wandersold,
Den magst in die Tasche du rammen;
Vielleicht ist es Plunder, vielleicht ist es Gold,
So lag's auch im Schulsack beisammen.

Dann: - fährt dich niemand, und du musst gehn,
Greif aus, kein Weg mach' dir bange.
Und siehst du das Glück auf der Straße stehn:
Greif zu, besinn dich nicht lange.

Doch wendet den Rücken es manches Mal
Und zeigt dir boshaft die Kralle,
Geh weiter! Bleib treu deinem Eisen und Stahl,
Und pfeif auf die Edelmetalle.

So ziehe getrost bergauf, bergab,
Und trage und schaffe und scherze;
Bringst du nur zurück, was Gott dir gab,
Dein altes, fröhliches Herze.