Arnim, Achim von (1781-1831)

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Neujahr

Altes Jahr, du ruhst in Frieden,
Deine Augen sind geschlossen;
Bist von uns so still geschieden
Hin zu himmlischen Genossen,
Und die neuen Jahre kommen,
Werden auch wie du vergehen,
Bis wir alle aufgenommen
Uns im letzten wiedersehen.
Wenn dies letzte angefangen,
Deutet sich dies Neujahrgrüßen,
Denn erkannt ist dies Verlangen,
Nach dem Wiedersehn und Küssen.

Wenn des Frühlings Wachen ziehen

Wenn des Frühlings Wachen ziehen,
Lerche frisch die Trommel rührt,
Ach! dann möchte ich mitziehen,
ach! da werd ich bald verführt.
Handgeld, Druck und Kuß zu nehmen,
und ich kann mich gar nicht schämen.

Wie die Waffen helle blinken,
helle Knospen brechen auf,
Un die Federbüsche winken
von Kastanien oben auf.
Blühen, duften, wehen, fallen,
und ich muß so lockend schallen.

Wie gefährlich sind die Zeiten,
wenn die Bäume schlagen aus,
Und ich warne euch bei Zeiten,
eh Salat euch schießet aus;
Kinder, ihr müßt ihn bestehen,
die im Grünen sich ergehen.

Schwinge nur die bunten Fahnen,
Apfelblüt in Morgenlust;
Ja, ich schwöre dir, und wir bahnen
gleichen Weg in freier Brust;
Was im Frühling treu verbunden,
wächst zusamm für alle Stunden.