September, er wills mit der ganzen Kraft, Dem störrischen Hochmut der Leidenschaft, Das Fliehende will er noch halten. Doch hüpfen die Äpfel vom Baum ihm fort, Die Goldbirnen stürzen, das Gras verdorrt, Die Flüsse und Weiher erkalten.
Die Wolken sind auch schon so weiß nicht mehr, Und Pilzgeruch bringen die Nebel her Auf regenfeucht schleppenden Füßen. Den Brombeersucher, den mag er nicht, Drum schärft er den Dolch, der die Hand zersticht: Die Gier soll der Räuber nur büßen!
Nur manchmal, am Mittag, im weißen Glast, Da tut er, als wär er der Sommer fast, Da fühlt er sich noch wie ein Junger. Da hat er noch Gold und ein Knabenherz, Und treibt mit der Muhme, der Schlange, Scherz, Und gibt ihr die Maus für den Hunger.
Nie schrie dann im Hof so verliebt der Hahn, Es fangen die Blumen zu brennen an, In Feuer stehn ringsum die Gärten. Jetzt sammelt im Weine sich süß die Glut, Drum heben die Winzer voll Dank den Hut Vor ihm, den sie immer verehrten.
Doch nach einer regendurchtobten Nacht, Scheel sieht er die nasse, vergilbte Pracht, Zerrauft und wie Besen die Schober. Da weiß er, nun gilt es nach Haus zu gehn, Und ohne sich noch einmal umzusehn Überlässt er die Welt dem Oktober. © Ingeborg Schuldt-Britting / http://www.britting.com/
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