Vring, Georg von der (1889-1968)

Wolk’ bei Wolke

Wolk’ bei Wolke türmt der Sommer.
Thron bei Thron enthüllt der Himmel.
Sichtbar bist du, Gott, geworden,
Der verborgen lag im Winter.

Heute preisen dich der Toten
Chöre und der Chor der Bienen.
Winters hört ich nur die eigne
Kehle schrein, die nach dir flehte.

Heut erhebt sich einer Grille
Süße Stimme, die dir Dank sagt.
Winters hört ich nur den eignen
Atem keuchen, der dir Lob sang.

Herrlich wär’s, Gott zu gedenken
Eines Menschen, der sein Herz
Noch zu deinem Lob erhob,
Als sein Aug ein Bad von Salz war.

© Langewiesche-Brandt

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