Vring, Georg von der (1889-1968)

Nie genug

Bei meines Lebens Narretein
Da ward ich einmal klug,
Ich liebt mich in dein Herz hinein,
Und tat’s doch nie genug.

Dein Mund so schön, dein Auge klar,
War alles, was ich frug,
Bis dass ich gar verwandelt war,
Und war’s doch nie genug.

Du wurdest unsere Mutter dann,
Die meine Kinder trug,
Ich saß bei dir und sah dich an,
Und tat’s doch nie genug.

Und als das Unheil lauerte,
Und als der Tod dich schlug,
Da weint ich hin und trauerte,
Und tat’s doch nie genug.

Wie dank ich’s dir? Das Leben hier
Ist eines Vogels Flug
Was ich noch bringe, bring ich dir,
Doch nie und nie genug.

© Langewiesche-Brandt

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