Flaischlen, Cäsar (1864-1920)

Lass drohn, was will!

Sieh doch den Wettersturm am Himmel!
sieh doch die Wolken um die Höhn!
Ich aber sag: das geht vorüber
und auf den Abend wird es schön!

Gebt mich nur frei und lasst mich's wagen,
ein bisschen auch mir selbst zu traun!
Was frommt es denn, altjungfer-ängstlich
nach jedem Nebel auszuschaun!?

Nur frei sein muss ich! frei und ... ehe
der Zorn zum Sieg in mir erlahmt
und was ich Großes möchte, elend
in Alltagströdel sich verkramt!

Noch trägt zu stolzbekränzten Zielen
ein jauchzend Hoffen mich empor ...
und bis zu Ende sei gehalten,
was meiner Jugend ich beschwor!

Und grollten rings auch tausend Wetter
und droht es noch so von den Höhn ...
lass drohn, was will! es geht vorüber
und auf den Abend wird es schön!

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