Hammer, Julius (1810-1862)

Durch die Felder musst du schweifen

Durch die Felder musst du schweifen
Die im Sonnenstrahle prangen,
Durch die grünen Wälder streifen,
Ist dein Herz von Gram befangen;
Lass von Quellen, lass von Bächen
Über dich den Segen sprechen!

Nicht in deiner dumpfen Klause
Sitze mit des Schmerzes Geistern,
Herren werden sie im Hause,
Draußen wirst du sie bemeistern;
Draußen vor dem freien Glücke
Fliehn sie scheu und klein zurücke!

In der Lüfte Wellen tauche
Deine Brust, die kummerschwüle,
In des Himmels reinem Hauch
Deine heiße Stirne kühle;
Schau, allüberall liegt offen,
Wie gediegnes Gold, das Hoffen?

Wieder lernst du frohe Lieder,
Und mit menschlich schönem Triebe
Lernest du die Liebe wieder,
Ach, die längst vergessne Liebe;
Quellen, Bäume, Blumenkerzen
Reden dir von Menschenherzen!

 

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