Winterlicher 2.Advent

von Monika Spatz (Kommentare: 0)

2. Advent und es schneit und schneit und schneit!

Da kommt mir unweigerlich das Gedicht von Friedrich Güll in den Sinn, das früher in jedem Lesebuch der Grundschulen stand.

Der erste Schnee

Ei, du liebe, liebe Zeit,
ei, wie hat´s geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh´ ,
nichts als Schnee und lauter Schnee.
Wald und Wiesen, Hof und Hecken,
alles steckt in weißen Decken.
Und im Garten jeder Baum,
jedes Bäumchen voller Flaum!
Auf dem Sims, dem Blumenbrett
liegt er wie ein Federbett.
Auf den Dächern um und um
nichts als Baumwoll´ rings herum.

Und der Schlot vom Nachbarhaus,
wie possierlich sieht er aus:
Hat ein weißes Müllerkäppchen,
hat ein weißes Müllerjöppchen!
Meint man nicht, wenn er so raucht,
dass er just sein Pfeifchen schmaucht?

Und im Hof der Pumpenstock
hat gar einen Zottelrock
und die ellenlange Nase
geht schier vor bis an die Straße.
Und gar draußen vor dem Haus!
Wär´ nur erst die Schule aus!

Aber dann, wenn´ s noch so stürmt,
wird ein Schneemann aufgetürmt,
dick und rund und rund und dick,
steht er da im Augenblick.
Auf dem Kopf als Hut ´nen Tiegel
und im Arm den langen Prügel
und die Füße tief im Schnee
und wir rings herum, juhe!

Ei, ihr lieben, lieben Leut´,
was ist heut´ das eine Freud´!

Geschrieben wurde es Mitte des 19.Jahrhunderts. Manche der Wörter in diesem Gedicht sind heute nicht mehr in Gebrauch.

Wer weiß heute noch, was „possierlich“  ist oder was „schmaucht“ bedeutet? Was ist ein Pumpenstock? Was bedeutet „schier“?

Trotzdem gibt es beim Lesen des Gedichtes keine Verständnisprobleme.  Es spiegelt wunderbar wider wie Schnee Vertrautes verändert. Und die Freude der Kinder über den ersten Schnee versteht auch heute noch jeder.

Also nix wie raus und einen Schneemann gebaut!

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