Wiedererfreuen

von Monika Spatz (Kommentare: 0)

Sonntag – Sonnentag! Also rauf aufs Fahrrad und in die Pedale getreten, und dann kommen wir an die ersten Felder. Das Getreide steht schon hoch und mitten drin roter Klatschmohn, weiße Margeriten und leuchtendblaue Feldblumen. Und ich bin wieder begeistert- jedes Jahr aufs Neue, wenn ich diese Blumen so zusammen sehe. Ich liebe diesen Anblick! Da geht mir das Herz auf!

Und obwohl es doch jedes Jahr immer wieder geschieht, und obwohl ich das einen Sommer lang immer wieder sehe- ich kann mich jedes Mal neu daran erfreuen. Und genau dieses „Wiedererfreuen“ an bekannten Dingen spricht Cäsar Flaischlen in seinem Gedicht Sonnenkraft an.  Ich wünsche Ihnen immer wieder neues Freuen an bekannten Dingen!

Sonnenkraft

Und immer wieder sinkt der Winter
und immer wieder wird es Frühling
und immer immer wieder stehst du
und freust dich an dem ersten Grün
und wenn die kleinen Veilchen blühn,
und immer wieder ist es schön
und macht es jung und macht es froh,
und ob du's tausendmal gesehn:
wenn hoch in lauen blauen Lüften
die ersten Schwalben lustig zwitschern ...
immer wieder ... jedes Jahr ...
sag, ist das nicht wunderbar?!

Diese stille Kraft der Seele:
immer neu sich aufzuringen
aus dem Banne trüber Winter,
aus dem Schatten grauer Nächte,
aus der Tiefe in die Höhe ...
sag, ist das nicht wunderbar?!
diese stille Kraft der Seele,
immer wieder
sich zur Sonne zu befrein,
immer wieder stolz zu werden,
immer wieder froh zu sein.

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