Ruf zum Sport

von Monika Spatz (Kommentare: 0)

Die XXII. Olympischen Winterspiele sind eröffnet. Alles wird sich in den nächsten 14 Tagen um Sport und Höchstleistungen drehen. Was liegt da näher, als zum Gedicht der Woche ein Sportgedicht zu suchen. Die Auswahl ist nicht sehr groß, aber bei Joachim Ringelnatz bin ich fündig geworden. Auf seine unvergleichliche Art hat er den Nutzen des Sports, in diesem Falle den Wintersport beschrieben. Viel Spaß beim Lesen!

Ruf zum Sport

Auf ihr steifen und verdorrten
Leute aus Büros,
Reißt euch mal zum Wintersporten
Von den Öfen los.

Bleiches Volk an Wirtshaustischen,
Stellt die Gläser fort.
Widme dich dem freien, frischen,
Frohen Wintersport.

Denn er führt ins lodenfreie
Gletscherfexlertum
Und bedeckt uns nach der Reihe
All mit Schnee und Ruhm.

Doch nicht nur der Sport im Winter,
Jeder Sport ist plus,
Und mit etwas Geist dahinter
Wird er zum Genuß.

Sport macht Schwache selbstbewußter,
Dicke dünn, und macht
Dünne hinterher robuster,
Gleichsam über Nacht.

Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine,
Kürzt die öde Zeit,
Und er schützt uns durch Vereine
Vor der Einsamkeit,

Nimmt den Lungen die verbrauchte
Luft, gibt Appetit;
Was uns wieder ins verrauchte
Treue Wirtshaus zieht.

Wo man dann die sporttrainierten
Muskeln trotzig hebt
Und fortan in illustrierten
Blättern weiterlebt.


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