Luise Hensel

von Monika Spatz (Kommentare: 0)

Nicht vielen Menschen dürfte der Name Luise Hensel etwas sagen. Doch viele kennen ein Werk von ihr. Ich meine das weit bekannte und verbreitete (Kinder)Gebet: „ Müde bin ich geh zur Ruh, schließe meine Äuglein zu.“

Ihr Todestag jährt sich am 18. Dezember.

Luise Hensel wurde am 30.März 1798 in Linum in Brandenburg als Tochter einer Pfarrersfamilie geboren. Nach dem Tode des Vaters übersiedelte die Familie nach Berlin. Dort lernte sie die Dichter Wilhelm Müller und Clemens Brentano kennen, die sich beide in sie verliebten und um sie warben. Doch keiner war erfolgreich. Müller war Luise wohl nicht zuverlässig genug, während ihre Mutter Clemens Brentano ablehnte. Er war 20 Jahre älter und schon zweimal verheiratet gewesen. Doch blieben Brentano und Hensel zeitlebens gut befreundet. So übertrug Brentano Luise Hensel die Aufgabe, seinen literarischen Nachlass zu sichten und sein Werk nach seinem Tode an die Öffentlichkeit zu bringen.

1820 konvertierte Luise Hensel zum Katholizismus und gelobte Jungfräulichkeit. Sie verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Erzieherin, Gesellschafterin und Lehrerin. Die meisten ihrer Gedichte entstanden in der Zeit zwischen 1815 und 1820 und sind von Frömmigkeit geprägt. So schrieb sie das obenerwähnte Gebet 1817 mit 18 Jahren.

Luise Hensel starb am 18.Dezember 1876 in Paderborn.

Hier das Gebet:

Müde bin ich, geh zur Ruh’,
schließe beide Äuglein zu:
Vater, lass die Augen dein
über meinem Bette sein.

Hab’ ich Unrecht heut getan,
sieh es, lieber Gott, nicht an!
Deine Gnad’ und Jesu Blut
macht ja allen Schaden gut.

Alle, die mir sind verwandt,
Gott, lass ruhn in deiner Hand!
Alle Menschen, groß und klein,
sollen dir befohlen sein.

Kranken Herzen sende Ruh’,
nasse Augen schließe zu!
Lass den Mond am Himmel stehn
und die stille Welt besehn!

 

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