29.Juli 2018

von Monika Spatz (Kommentare: 1)

 

Alter Bauer am Abend


Dies ist am Abend seine Art:
Er sitzt allein und stumm.
Rauch wölkt sich grau aus grauem Bart.
Der Tag war heiß. Der Tag war hart.
Der Tag ist um.

Das Haus liegt still. Der Hof ist leer.
Vom Anger schwingt sich fern
Ein leises Mädchenlachen her,
Verklingt und schweigt. Und ist nicht mehr.
Der erste Stern.

Im Stalle raschelt noch ein Huhn.
Ein Füllen wiehert bang.
Der Alte lässt die Hände ruhn.
Sie hatten Tag um Tag zu tun.
Ein Tag ist lang.

Schwielig die Haut. Die Haare greis.
So friedlich fließt das Blut.
Die Jahre waren hart und heiß.
Der Bauer neigt die Stirn. Er weiß:
Herr, es war gut.

Ein Wind springt in das Land hinaus.
Vom Turme schlägt es acht.
Der Alte klopft die Pfeife aus
Und geht bedächtig in das Haus.
Bald kommt die Nacht.

Joachim Lange

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Kommentar von Anhora |

Hallo,
wer ist denn Joachim Lange? Ich fand nur einen Theologen aus dem Mittelalter, hat er das Gedicht geschrieben? Ich bin beim Googeln nicht recht fündig geworden. Das Gedicht ist sehr schön!

Antwort von Monika Spatz

Hallo, 

ja, auch mir gefällt das Gedicht sehr gut. Eine Gedichtsucherin hatte es bei mir angefragt. Sie hatte es in der Schule gelernt.  Ich fand es im Internet, bin aber auch selbst auf der Suche nach weiteren Informationen zum Autor nicht fündig geworden. Ich habe nur seine Lebendaten, die bei dem Gedicht angeggebenwaren:1906-1944

Viele Grüße