27.Juni 2021

von Monika Spatz (Kommentare: 2)

Die Worte des Glaubens

Drei Worte nenn ich euch, inhaltschwer,
Sie gehen von Munde zu Munde,
Doch stammen sie nicht von außen her,
Das Herz nur gibt davon Kunde.
Dem Menschen ist aller Wert geraubt,
Wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt.

Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd er in Ketten geboren,
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Mißbrauch rasender Toren.
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht.
 
Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
Der Mensch kann sie üben im Leben,
Und sollt er auch straucheln überall,
Er kann nach der göttlichen streben,
Und was kein Verstand der Verständigen sieht,
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.
 
Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
Wie auch der menschliche wanke,
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
Lebendig der höchste Gedanke,
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
 
Die drei Worte bewahret euch, inhaltschwer,
Sie pflanzet von Munde zu Munde,
Und stammen sie gleich nicht von außen her,
Euer Innres gibt davon Kunde,
Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt,
Solang er noch an die drei Worte glaubt.
 
Friedrich Schiller

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Kommentar von Mustafa Ali |

Halo mall wider,
danke für diese gedicht, ich mag es ser jeden woche auf diesen webseiten zu gehen und neue gedicht zu sehen.

das versüsset meine morgen.
Vile grußß,
Mustafa
:)

Kommentar von Yasmen Ano |

Halo,
vile dank fur gedicht das machen mich imar glucklich. 

 

ales gude
Yasmen

Antwort von Monika Spatz

Vielen Dank für eure Kommentare! Ich freue mich, dass euch Gedichte gefallen. Ich werde aber immer das löschen, was sich nicht auf die Gedichte bezieht.