14.August 2016

von Monika Spatz (Kommentare: 0)

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel. 
Von bessern künftigen Tagen; 
Nach einem glücklichen, goldnen Ziel 
Sieht man sie rennen und jagen 
Die Welt wird alt und wird wieder jung, 
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein, 
Sie umflattert den fröhlichen Knaben 
Den Jüngling locket ihr Zauberschein, 
Sie wird mit dem Greis nicht begraben; 
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf 
Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn, 
Erzeugt im Gehirn des Toren; 
Im Herzen kündigt es laut sich an: 
Zu was Besserem sind wir geboren; 
Und was die innere Stimme spricht, 
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Friedrich Schiller

 
 

Zurück

Einen Kommentar schreiben