Gottfried August Bürger

von Monika Spatz (Kommentare: 0)

Geboren wurde Gottfried August Bürger am 31.Dezember 1747 in einem kleinen Dorf im Ostharz, in Molmerswende bei Quedlinburg, als zweites von drei Kindern eines protestantischen Pfarrers. Zwar brachte ihm sein Vater Lesen und Schreiben bei, kümmerte sich aber sonst wenig um seine Ausbildung. Sein Großvater mütterlicherseits sorgte dafür, dass er ab 1760 auf die Stadtschule von Aschersleben gehen konnte. Im Anschluss daran studierte Bürger von 1764 bis 1767 in Halle auf Druck seines Großvaters Theologie. 1768 begann er in Göttingen mit dem Jurastudium, das er 1772 abschloss.

Danach nahm er eine Stelle als Gerichtshalter zu Alten-Gleichen mit Sitz in Gelliehausen bei Göttingen an, die er 12 Jahre innehatte. 1773 erschien seine berühmte Ballade Lenore“.
Im Jahr darauf heiratete Bürger Dorette Leonhardt, verliebte sich aber kurz darauf in deren jüngere Schwester Auguste (Molly). Eine Dreierbeziehung begann. Nach zehn Ehejahren starb Dorette bei der Geburt einer Tochter. Nach der vorgeschriebenen Trauerzeit heiratete Bürger im folgenden Jahr endlich Molly. Doch auch sie starb bei der Geburt einer Tochter nach erst siebenmonatiger Ehe.

1784 siedelte er nach Göttingen über, wo er mit Unterstützung u.a. durch Georg Christoph Lichtenberg Privatdozent an der Universität wurde. Dort hielt Gottfried August Bürger bis zu seinem Tode Vorlesungen und Übungen über Ästhetik, Stilistik, deutsche Sprache und Philosophie. 1787 erhielt er die Ehrendoktorwürde, zwei Jahre später 1789 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt, bekam aber keine feste Anstellung und somit kein festes Gehalt.

1786 veröffentlichte Bürger die von ihm überarbeiteten Lügengeschichten des Freiherrn von Münchhausen. Damit hatte er zwar großen Erfolg, auch weltweit, doch brachten sie ihm kaum Einkünfte.

Die dritte Ehe, die Bürger 1790 mit der 23 Jahre jüngeren Elise Hahn schloss, war ausgesprochen unglücklich und wurde zwei Jahre später geschieden.

Schließlich erkrankte Bürger an Schwindsucht und starb am 8. Juni 1794 einsam und gesellschaftlich isoliert in einem Gartenhäuschen in Göttingen. Er wurde auf dem Bartholomäusfriedhof in Göttingen beigesetzt.

König Ludwig I. von Bayern ehrte Gottfried August Bürger mit einer Büste in der Walhalla.

Die Schatzgräber

Ein Winzer, der am Tode lag,
rief seine Kinder an und sprach:
In unserm Weinberg liegt ein Schatz;
grabt nur danach ! - An welchem Platz ?
Schrie alles laut den Vater an. -
Grabt nur ! - O weh ! Da starb der Mann.

Kaum war der Alte beigeschafft,
da grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Spaten ward
der Weinberg um und um gescharrt.
Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
man warf die Erde gar durchs Sieb
Und zog die Harken kreuz und quer
nach jedem Steinchen hin und her.
Allein, da ward kein Schatz verspürt,
und jeder fühlt sich angeführt.

Doch kaum erschien das nächste Jahr,
so nahm man mit Erstaunen wahr,
dass jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug
und gruben nun jahrein, jahraus
des Schatzes immer mehr heraus.


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