Fred Endrikat

von Monika Spatz (Kommentare: 0)

Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.

Diesen Spruch haben wir als Kinder häufig gesagt, um Spielkameraden zu ärgern. Umso überraschender  war es für mich, zu erfahren, dass dies kein Spruch ist, der im Volksmund entstand, sondern dass er aus einem Gedicht stammt. Geschrieben hat dieses Gedicht Fred Endrikat, der schon als Volksschüler heitere und ernste Verse schrieb. Er war erst zwölf Jahre alt, als er bei einem Dichterwettbewerb des Dortmunder Generalanzeigers gewann.

Geboren wurde Fred Endrikat am 7. Juni 1890 als ältestes von sieben Kindern in Nakel an der Netze, während einer Reise seiner Mutter. Aufgewachsen ist er unter den Fördertürmen von Wanne-Eickel. Auf Wunsch des Vaters begann er eine Handwerkslehre als Schlosser, die er aber nach zwei Jahren abbrach. Auch die Zeit als Lehrhauer auf einer Zeche dauerte nur kurz. Endrikat schrieb lieber Gedichte, Texte und Sketche, die er bisweilen auch selbst vortrug. Nach dem Ersten Weltkrieg schrieb er auch Texte für andere Künstler, trat als Kabarettist auf und hielt Lesungen ab. Am 12. August 1942 starb Fred Endrikat, der nur 52 Jahre alt wurde, in Leoni am Starnberger See. Sein Grab befindet sich auf dem Münchner Waldfriedhof.

Und hier nun der Vierzeiler, aus dem das oben erwähnte Zitat stammt.

Die schlimmste Krankheit ist kurierbar,
einnehmbar, injizierbar oder schmierbar.
Das größte Leiden ist zu stillen, nur:
Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.


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