Christine Busta

von Monika Spatz (Kommentare: 0)

Christine Busta war eine österreichische Lyrikerin, die für ihre Gedichte etliche Literaturpreise erhielt, u.a. den Georg-Trakl-Preis (1954), und  als eine der angesehensten Lyrikerinnen der österreichischen Literatur der Nachkriegszeit gilt. 

Christine Busta wurde am 23. April 1915 in Wien als uneheliches Kind geboren. Sie wuchs bei ihrer Mutter auf. Früh schon musste sie die Erfahrung eines harten Existenzkampfes machen. Da die schwerkranke Mutter arbeitslos geworden war, sorgte die Tochter, die das Gymnasium besuchte, ab ihrem 14. Lebensjahr für den Lebensunterhalt mit Nachhilfestunden.

Ab 1933 studierte sie in Wien Germanistik und Anglistik, gab das Studium aber nach einem Nervenzusammenbruch auf und wurde Hilfslehrerin. Christine Busta heiratete 1940 den Musiker Maximilian Dimt, der seit 1944 vermisst ist.

Nach beruflichen Zwischenstationen als Dolmetscherin und Hotelangestellte arbeitete sie von 1950 bis1976 als Bibliothekarin. Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie 1946.  Ihr erster Gedichtband Jahr um Jahr erschien 1950. Von nun an publizierte sie regelmäßig Gedichtbände.

Bustas Gedichte zeichnen sich durch schlichte Formen der Lyrik aus. Sie hat eine wunderbare Art Stimmungen und Gefühle auszudrücken.  Christine Busta starb am 3. Dezember 1987 in Wien.

Muttersprache

Nicht, was die Mutter sagt,
beruhigt und tröstet die Kinder.
Sie verstehen´s zunächst noch gar nicht.

Wie sie es sagt,
der Tonfall, der Rhythmus,
die Monotonie der Liebe
in den wechselnden Lauten
öffnet die Sinne dem Sinn der Worte,
bringt uns ein in die Muttersprache.

Ein Gleiches
geschieht auch
im Gedicht.

Copyright: Christine Busta, Wenn du das Wappen der Liebe malst, Otto Müller Verlag, Salzburg 1995, 3. Auflage

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben